Online-Betrug

Warum Millennials empfänglicher für Internetbetrug sind


Erwachsene zu beobachten, die zum ersten Mal einen Computer verwenden, kann äußerst interessant sein. Sie sind in der Regel leicht nervös, sie könnten etwas kaputt machen, aber gehen die Sache mit ausgestrecktem Zeigefinger an, bereit, ein 1-Finger-Opus zu tippen.


Theoretisch ist dies die Personengruppe, die am meisten durch Online-Schwindel gefährdet sein sollte, doch anscheinend fallen Millennials eher auf Betrug herein. Ja, Sie haben richtig gelesen. Sie mögen "Digital Natives" – die digitalen Ureinwohner – sein und meinen, das Internet gehöre ihnen, aber was Online-Sicherheit angeht schneiden sie nicht gerade besonders gut ab.


Falls Sie nicht wissen, was Millennials sind: Dieser Begriff beschreibt Menschen, die zwischen 1980 und den Jahren um die Jahrtausendwende geboren wurden, oftmals auch als "Generation Y" bezeichnet. Diese Bevölkerungsgruppe ist mit digitaler Technologie aufgewachsen, betrachtet das Internet als grundlegendes Menschenrecht und ist die technisch versierteste Generation, die es je gab.


Was ihre Online-Sicherheit betrifft, könnte sich das jedoch leider als Nachteil für sie erweisen.


Allzu große Vertraulichkeit erzeugt Verachtung


Millennials sind ständig im Netz, ganz gleich, ob sie arbeiten, Freunde treffen oder "chillen". Sie kennen sich aus und wissen, was sie tun, sind aber leichtfertig in ihrem Umgang mit dem Internet. Sie tendieren dazu, zu selbstsicher zu sein, und ihre Neigung, Bedenken in den Wind zu schlagen, kann sie anfällig machen.
 


Hohe Risikobereitschaft


Millennials mögen sehr selbstsicher sein, was ihre Internetfähigkeiten betrifft, aber neigen oftmals stärker als andere Generationen dazu, Fehler zu machen oder Risiken einzugehen. Ihre Interaktionen mit Webseiten sind schneller, doch gerade das kann die Wahrscheinlichkeit von Fehlern erhöhen. Außerdem scannen sie weniger Inhalte auf Bedrohungen als der Durchschnittsbenutzer.

Eine Studie zum Thema Cybersicherheit für die digitale Generation ergab, dass 65 % der Befragten der Überzeugung waren, ausreichende Kenntnisse zu besitzen, um die Sicherheit ihrer persönlichen Daten zu gewährleisten. Allerdings gaben sie auch riskante Verhaltensweisen zu. Zu wissen, was man tun sollte, heißt also nicht unbedingt, dass man in der Praxis auch wirklich so handelt.

Riskante Verhaltensweisen betrafen auch die Nutzung von Passwörtern und öffentlichen Netzen. 66 % der befragten jungen Erwachsenen gaben an, im vergangenen Monat öffentliches WLAN ohne Passwortschutz genutzt zu haben. In Bezug auf Passwörter sagten 55 %, dass sie ihr Passwort in letzter Zeit nicht aktualisiert hätten, und gaben zu, dass ihre Passwörter die Kriterien für ein "starkes" Passwort nicht erfüllen würden.
Diese lockere Einstellung könnte unter anderem daher rühren, dass ein erstaunlicher Mangel an Informiertheit über Sicherheitsprobleme festzustellen war. Die in dieser Studie befragten Millennials schienen von aktuellen Sicherheitsvorfällen nichts zu wissen – 84 % gaben an, im vergangenen Monat nichts über Cyberattacken gelesen zu haben, und 67 % hatten keine derartigen Nachrichten im vergangenen Jahr gehört.

Gleichgewicht von Selbstsicherheit und Vorsicht

Da Millennials derart viel Zeit im Internet verbringen, sind sie vermutlich stärker durch Cyberbedrohungen gefährdet. Doch offensichtlich sind sie auch bereit, mehr Risiken einzugehen. Ältere Generationen sind "digitale Immigranten", die im Umgang mit dem Internet auch weiterhin zurückhaltender sind. Aber diese natürliche Vorsicht scheint sich bezahlt zu machen, was ihre Online-Privatsphäre und -Sicherheit betrifft.
Für Millennials, die in einer Kultur aufgewachsen sind, wo alles per Knopfdruck verfügbar ist, ist Komfort manchmal wichtiger als Sicherheit. Ein Experte war der Ansicht, dass 60 % aller Angriffe auf Mobilgeräte in der Lage seien, Geld von Millennials zu stehlen.

Laut einer kürzlich durchgeführten Umfrage waren 44 % von Millennials der Meinung, dass Unternehmen, mit denen sie Transaktionen tätigen, immer oder fast immer dafür sorgen, dass ihre persönlichen Daten privat bleiben. Im Gegensatz dazu gaben nur 32 % von Angehörigen der Generation X und 32 % der Baby Boomer dieselbe Antwort. Dies deutet darauf hin, dass mit digitaler Technologie aufzuwachsen bei manchen Millennials dazu führt, dass sie diese für selbstverständlich halten und davon ausgehen, dass sie sicher ist.

Die mangelnde Bereitschaft von Millennials, geeignete Online-Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen, könnte zur Folge haben, dass sie trotz ihres technischen Know-hows stärker gefährdet sind als ältere Generationen. Sollten sie ihre Gewohnheiten allerdings ändern wollen, dann wissen sie dank ihrer technischen Versiertheit genau, was zu tun ist.

Sie müssen einfach nur der Selbstsicherheit und dem Wissen ihrer Jugend ein wenig der Vorsicht älterer Generationen beimischen.