Malware-Mythen! Wie oft hat Ihre Mutter Sie angerufen, weil ein Betrüger ihr am Telefon gesagt hatte, ihr PC habe einen Virus?

Sie besitzt nicht einmal einen PC, aber was macht das schon, wenn allein der Gedanke an einen Virus bei ihr Panik auslöst? Sogar den technisch Versierten unter uns sind Mythen über Malware nicht fremd. Einige dieser Mythen ergeben überhaupt keinen Sinn. Deshalb werden wir uns heute die schlimmsten davon ansehen und die Wahrheit aufdecken.

1. Viren sind schlimmer als Malware.

Nein.

Laut Definition ist Malware (auch als Schadprogramm oder Schadsoftware bezeichnet) einfach bösartige Software. Deshalb sind Viren eigentlich nur eine bestimmte Art von Malware. Viele Leute meinen, dass Malware eher harmlos ist, Viren hingegen ihre Computer unweigerlich zerstören.

Die Wahrheit: Viren sind einfach eine Art von Malware.

2. Macs können keine Viren bekommen.

Das stimmt nicht ganz!

Macs können nicht von Viren betroffen werden, die auf Windows-Systeme abzielen, aber wenn Sie glauben, dass Macs generell nicht für Viren anfällig sind, können Sie ganz schnell in Schwierigkeiten geraten. Einer der ersten Viren, die allgemein in Umlauf gebracht wurden, wurde für Apple-Computer entwickelt. Es hieß Elk Cloner und wurde damals im Jahr 1982 von einem Fünfzehnjährigen geschrieben.

In den letzten Jahren erfreut sich eine als Spyware bezeichnete Art von Schadsoftware bei Hackern großer Beliebtheit. Wenn Spyware auf Ihren Computer gelangt, spioniert sie Ihre Daten aus. Stellen Sie sich das so vor: Sie haben ein Tagebuch (den Computer), und Ihren neugierigen Geschwistern (der Spyware) gelingt es, das Schloss Ihres Tagebuchs zu öffnen und alle Ihre Geheimnisse zu erfahren.

Sie reden sich vielleicht ein, dass Ihr Mac frei von Malware ist, doch die Wirklichkeit sieht anders aus: Wenn Sie nicht vorsichtig sind, kann Ihr Mac infiziert werden, was zur Folge haben kann, dass ein Hacker Ihre Bankdaten, Login-Daten für Ihre Konten und sonstige Informationen stehlen könnte, die Sie in Ihren Computer eingegeben haben. Oh nein!

Die Wahrheit: Auch Macs können Viren bekommen.

3. Malware wird von Unternehmen entwickelt, die Anti-Malware-Software vertreiben.

Es gibt einen alten Mythos, dass Antivirus-Unternehmen eigentlich für die Malware verantwortlich sind, vor der die von ihnen vertriebene Software schützen soll.

Es gibt keine Beweise für diese Verschwörungstheorie. Der Mythos bezieht sich auf eine bestimmte Art von Malware, die um die Jahrtausendwende herum populär war: In einem Popup-Fenster auf einer Website wurde gemeldet, dass sich Viren oder andere bösartige Software auf Ihrem Computer befinden. Durch Klicken auf den Link wurde dann tatsächlich ein Virus auf den Computer geladen. Hinterhältig!

Hacker entwickelten auch selbst Antivirus-Software – mit der Absicht, Geld von den Personen zu stehlen, die diese Software benutzten. Es passiert immer noch: Sie surfen im Internet, und in Ihrem Browser beginnt ein Bild mit dem Hinweis auf eine Infektion zu blinken.

Die meisten Internetnutzer wissen mittlerweile, dass eine vertrauenswürdige Antivirus-Software unerlässlich ist, um den Computer oder Laptop am Laufen zu halten.

Die Wahrheit: Anti-Malware-Unternehmen entwickeln keine Malware.

4. Malware kann mir nichts anhaben, wenn sich keine wichtigen Dinge auf meinem Computer befinden.

Erinnern Sie sich an die Spyware, die wir vorhin erwähnt haben? Sie ist ziemlich unangenehm und kann alles verfolgen, was Sie eingeben. Sie kann die Daten Ihres Bankkontos, Ihre Kontakte und andere wertvolle Informationen stehlen. Ziemlich beängstigend, nicht wahr?

Selbst wenn Sie keine Dokumente oder Dateien haben, die Sie sicher aufbewahren möchten, nutzen Sie wahrscheinlich das Internet zum Surfen sowie für Online-Banking und Online-Shopping. Bei allen diesen Aktivitäten geben Sie wichtige Informationen in Ihren Browser ein. Sie brauchen jetzt zwar nicht den Panikknopf zu drücken, aber es ist immer am besten, Ihren Computer einem regelmäßigen Sicherheits-Scan zu unterziehen, um zu gewährleisten, dass Ihre privaten Daten auch privat bleiben.

Die Wahrheit: Einige Arten von Malware stehlen Informationen direkt aus Ihrem Browser oder aus anderen Programmen, in denen Sie etwas eingeben.

5. Man merkt es, wenn man einen Virus oder Malware auf seinem Computer hat.

Im Jahr 2007 wurde der Wurm "Storm" auf das Internet losgelassen. Als Eilmeldung zu schlechtem Wetter in Europa getarnt infizierte der Wurm Millionen von PCs. Würmer reisen durch das Online-Netzwerk und gelangten so auf Computer, wenn Nutzer die Meldung öffneten.

Millionen von PCs wurden von Hackern gekapert, die Spam verbreiteten und Identitäten verkauften. Ziemlich erschreckend! Sie glauben vielleicht, dass ein Virus sofort ins Auge fällt, doch viele von ihnen, wie der Wurm "Storm", sind eher subtil.

Die Wahrheit: Schadsoftware kann sehr raffiniert sein, sodass Sie es nicht unbedingt merken, wenn Ihr Computer infiziert ist.
 


6. Viren führen zu physischen Schäden an dem betroffenen Computer.

Nein, ein Virus oder Schadprogramm bringt weder Ihren Laptop zum Explodieren noch Ihre Festplatte zum Schmelzen und lässt auch nicht Ihre Maus wild über den Bildschirm springen. Viren und Malware beeinflussen Ihren Laptop auf verschiedenen Ebenen: manchmal nur oberflächlich und manchmal bis hinunter zur BIOS-Ebene. Das BIOS enthält die Firmware-Anweisungen zur Steuerung der Eingabe- und Ausgabevorgänge.

Moment mal, … was?

Auf Ihrem Laptop oder Computer ist für fast alles ein BIOS installiert, angefangen bei der Maus bis hin zum Bildschirm. Dieses BIOS befindet sich auf einem Chip in Ihrem Computer und weist das Betriebssystem (Mac oder Windows) an, wie mit Hardware (z. B. Maus oder Lautsprecher) zu verfahren ist. Wenn ein Virus Ihr BIOS infiziert hat, verhält sich Ihr Computer sehr seltsam (oder funktioniert gar nicht mehr).

Die Wahrheit: Malware kann Ihren Computer nicht physisch beschädigen.

7. Schuld daran ist Malware.

Das daran bezieht sich in der Regel auf Popups und Websites mit pornografischen Inhalten. Aber Viren oder Malware haben Sie nicht dorthin geführt. Popup-Fenster werden häufig versehentlich geöffnet, aber wahrscheinlich war es kein Virus, der Ihren Browser zu dieser bestimmten URL geführt hat.

Die Wahrheit: Niemand glaubt Ihnen!

8. Popup-Fenster sind Malware.

Popup-Fenster in Ihrem Browser sind wahrscheinlich keine Malware. Sie treten auf bestimmten Websites auf und sind normalerweise eher störend als gefährlich. Tipp: Klicken Sie nicht auf Popup-Meldungen, auch wenn diese sagen, dass Sie im Lotto gewonnen haben. Spielen Sie überhaupt Lotto? Eben.

Kehren Sie zum zuletzt aufgerufenen Bildschirm zurück.

Wenn Sie online sind und eine Website besuchen, auf der Sie überall hellgrüne Links sehen oder merkwürdige Werbeanzeigen an Stellen, an denen diese normalerweise nicht angezeigt werden, ist Ihr Computer wahrscheinlich mit Malware infiziert.

Wenn Sie glauben, mit Schadsoftware infiziert worden zu sein, führen Sie Ihre Antivirus-Software aus und deinstallieren Sie alle vor kurzem hinzugefügten Programme.

So deinstallieren Sie Programme auf einem Mac

1. Öffnen Sie den Ordner "Programme" und suchen Sie das zu deinstallierende Programm. Für einige Dateien wie Safari wird nur ein einzelnes Symbol angezeigt, während sich andere wie Word in einem Ordner befinden.

2. Ziehen Sie das Programm in den Papierkorb.

3. Leeren Sie den Papierkorb!

So deinstallieren Sie Programme unter Windows

1. Klicken Sie auf die Schaltfläche "Start" und dann auf "Systemsteuerung".

2. Klicken Sie auf "Programme" und dann auf "Programme und Funktionen".

3. Wählen Sie ein Programm aus oder klicken Sie mit der rechten Maustaste darauf und klicken Sie anschließend auf "Deinstallieren".

9. Firewalls schützen vor Malware.

Dies ist ein beliebter Mythos, der durch Film und Fernsehen an Glaubwürdigkeit gewonnen hat. Sie wissen, wie es ist: Unser Held ist zehn Sekunden davon entfernt, in Stücke gerissen zu werden, und ein Hacker wird dadurch gestoppt, dass Bruce Willis eine Firewall erwähnt.

Firewalls schützen Sie in der Regel nicht vor Malware. Eine Firewall bietet Schutz vor Würmern. "Würmer" mag niedlich klingen, aber niedlich sind sie keinesfalls! Würmer reisen über das Internet von Computer zu Computer. Deshalb kann Ihre Firewall sie aussperren.

Selbstverständlich heißt das nicht, dass Sie Ihre Firewall ignorieren sollten. Sorgen Sie dafür, dass sie funktioniert!

Die Wahrheit: Firewalls schützen Sie nur vor einer Art von Malware, nämlich sogenannten "Würmern".

10. E-Mail-Anhänge, die von Freunden oder Familienmitgliedern stammen, sind sicher.

Meistens ist von E-Mail-Anhängen tatsächlich nichts zu befürchten. Die Mehrzahl von Internetnutzern sind versiert genug, um Anhänge von Fremden nicht zu öffnen, da diese einen Virus enthalten könnten.  Unsere Sicherheit ist aber häufig stärker gefährdet, wenn es um das Öffnen von Anhängen geht, die von Absendern stammen, denen wir vertrauen.

Wenn ein Dokument an eine E-Mail mit den Namen Ihres Partners angehängt ist, bedeutet das nicht automatisch, dass der Anhang sicher ist oder dass er wirklich von Ihrem Partner stammt.

Manchmal werden Login-Daten versehentlich herausgegeben und ein Spammer nutzt sie, um E-Mails zu versenden. Normalerweise sind diese E-Mails ziemlich offensichtlich, da sie sprachliche Fehler sowie merkwürdige Links und Anhänge aufweisen. Aber man weiß ja nie.

Klicken Sie nicht darauf, auch nicht aus Neugier. Neugier ist der Katze Tod, und es könnte auch Ihren Computer treffen.

Wenn Sie sich bei einem Anhang oder einem Link in einer E-Mail von jemandem, den Sie kennen, unsicher sind, können Sie die Person danach fragen oder eine schnelle Sicherheitsprüfung durchführen. Eine gute Faustregel ist, sich die Dateierweiterung anzusehen.

Eine Dateierweiterung zeigt Ihnen, um welchen Dateityp es sich handelt und welches Programm zum Öffnen der Datei verwendet wird. Beispielsweise handelt es sich bei .docx um einen Dateityp für Microsoft Word, während .jpg ein Bild-Dateityp ist.

Laden Sie niemals eine .exe-Datei herunter, wenn Sie nicht genau wissen, worum es sich dabei handelt. Eine .exe-Datei ist eine ausführbare Datei, die ein Programm oder ein Installationsprogramm startet, nachdem Sie sie heruntergeladen haben. Im Posteingang werden die Dateierweiterungen meist angezeigt. Bei Google Mail müssen Sie dazu die Maus über den Anhang halten.

Seien Sie besonders vorsichtig bei Dateien mit Namen wie .docx.exe, da sie vom Absender umbenannt wurden, um sie sicher erscheinen zu lassen. Der einzige Teil der Erweiterung, auf den es ankommt, ist der letzte Teil. Im Beispiel .docx.exe handelt es sich also um eine ausführbare Datei mit der Erweiterung .exe.

Die Wahrheit: Es ist nicht immer sicher, E-Mail-Anhänge von Absendern zu öffnen, die Sie kennen.

Machen Sie sich Sorgen, dass Ihr Computer einen Virus hat?

Damit Ihr Computer die volle Leistung bringt und nicht von Schadsoftware befallen wird, werfen Sie hier einen Blick auf unsere verschiedenen Optionen für Antivirus-Software. Wenn Sie rund um die Themen Technologie und Online-Sicherheit auf dem Laufenden bleiben möchten, folgen Sie uns auf Facebook.