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Neue Bedrohungen

Was ist das Darknet?


Verfasst von einem Mitarbeiter von NortonLifeLock

Die meisten von uns verbringen viel Zeit im Internet. Wir überfliegen die Schlagzeilen, schmökern auf Unterhaltungsseiten, überprüfen unsere Bankkonten und scrollen durch soziale Medien, um uns über die neuesten Urlaubsziele unserer Freunde zu informieren. Doch wussten Sie, dass das Internet auch eine ganz andere Seite hat, die man in der Regel nicht zu Gesicht bekommt? Diesen Ort gibt es wirklich. Die Rede ist vom Darknet.

Wer hat das Darknet geschaffen?

Das Konzept eines anonymen Online-Kommunikationsnetzes – das Schlüsselprinzip des Darknets – reicht bis zur Gründung des Advanced Research Projects Agency Network (ARPANET) in den 1960er Jahren zurück. Das experimentelle Computernetzwerk aus den 60ern war der Vorläufer des Internets und auch das später entstandene Darknet geht darauf zurück. Darknet und ARPANET basieren auf demselben Grundprinzip: Im Kern geht es um sichere Korrespondenz.

Die 1980er Jahre waren die Geburtsstunde der Datenoasen. Datenoasen funktionierten so ähnlich wie Steueroasen: Sie ermöglichten den Export großer Datenmengen in Länder mit laschen Gesetzen, wo sie für die inländischen Behörden unerreichbar waren.

In den 1990er Jahren kam mit dem Internet auch das Phänomen des illegalen Musikstreamings auf. Allmählich setzte sich die Erkenntnis durch, dass das Internet ein Ort war, an dem man sich jederzeit alles nur Erdenkliche besorgen konnte. Daher war es nur eine Frage der Zeit, bis das Netz zum Umschlagplatz für noch illegalere Transaktionen wurde.

Das Release von Freenet am 30. März 2000 markiert den "offizielle" Start des Darknets. Das dezentrale Peer-to-Peer-Netzwerk war darauf ausgelegt, besseren Schutz vor Angriffen und Spionage durch Behörden und staatliche Akteure zu bieten. Freenet war eine Erfindung von Ian Clarke, der das zugrunde liegende Konzept und die erforderlichen Softwaretools während seines Studiums an der Edinburgh University in Großbritannien entwickelte. Obwohl Freenet keine große Fangemeinde gewann, kurbelte es die Nachfrage nach anonymem Internetzugang an.

2002 entstand Tor, ein privates Netzwerk zum anonymen Surfen im Internet. Tor veränderte das Gesicht des Internets für alle Zeit. Durch die Bereitstellung einer Umgebung, in der man frei und anonym im Internet surfen kann, öffneten die Schöpfer von Tor ein Portal zur Unterwelt des bis dato bekannten Internets und schufen einen Nährboden für Kryptowährungen, illegale Handelsforen wie Silk Road und deren Nutzung durch Hacker, Cyberkriminelle usw.

Wofür wird das Darknet verwendet?

Vielleicht kennen Sie den Begriff des Darknets aus den Medien und Nachrichten. Das hat folgenden Grund: Dieser Teil des Netzes besteht aus verborgenen Websites, die mit herkömmlichen Suchmaschinen in der Regel nicht auffindbar sind. Darknet-Websites machen von Verschlüsselungssoftware Gebrauch, um die Identität ihrer Nutzer und deren Aufenthaltsort geheim zu halten. Dies macht das Darknet zur idealen Plattform für illegale Aktivitäten. So findet man dort eine Vielzahl von Angeboten von illegal verkauften Drogen über Pornografie bis hin zu Online-Glücksspielen.

Was ist das Deep Web?

Moment, aber was ist denn dann das Deep Web? Das Deep Web ist, wenn man so will, ebenfalls verborgen, doch es beinhaltet gutartigere Websites – passwortgeschützte E-Mail-Konten, Intranets von Unternehmen, Online-Bankkontoseiten von Privatkunden, Datenbanken von Behörden und private Websites, auf die man nur mit einem Benutzernamen und Passwort zugreifen kann.

Das Deep Web ist also weitgehend harmlos. Das Darknet hingegen stellt eine kleine Teilmenge des Deep Web dar, die sich als Umschlagplatz für illegale Aktivitäten etabliert hat. Doch es gibt berechtigte Gründe, diese potenziell gefährliche Region des Internets aufzusuchen.

Beispielsweise nutzen Regimekritiker, die der politischen Verfolgung durch ihre Regierung entgehen möchten, das Darknet in seiner Abgeschiedenheit als Austauschplattform. Andere Nutzer suchen das "dunkle Netz" auf, um medizinischen Rat für Beschwerden einzuholen, die sie aus Scham nicht offenlegen möchten, und Journalisten nutzen es mitunter, um selbst anonym zu bleiben oder die Identität ihrer Quellen zu schützen.

Möchten Sie mehr über diesen verborgenen Teil des Internets erfahren? Dieser Leitfaden bietet weitere Informationen. Doch geben Sie acht: Das Darknet kann gefährlich sein. Wer es für illegale Aktivitäten nutzt, riskiert, strafrechtlich verfolgt zu werden und im Gefängnis zu landen. Je nachdem, welche Websites Sie besuchen und was Sie dort tun, kann es Ihnen außerdem passieren, dass Sie auf Cyberkriminelle und Betrüger stoßen, die versuchen, Malware in Ihre Geräte einzuschleusen oder Ihre persönlichen Daten abzugreifen.

Darknet: die Fakten

Ja, das Darknet wird häufig von Cyberkriminellen genutzt. Doch auch Journalisten, Strafverfolgungsbehörden und andere legitime Nutzer suchen es auf. Investigative Nachrichtenorganisationen betreiben Websites im Darknet, um sich mit Quellen auszutauschen, die anonym bleiben wollen. Sogar ein bekanntes soziales Netzwerk verfügt über eine Präsenz im Darknet für Nutzer, in deren Ländern dieses Netzwerk verboten ist.

Natürlich hat sich das Darknet auch einen üblen Ruf als Schwarzmarkt für Drogenhandel, verbotene Aktivitäten und illegale Pornografie erworben. Das hat folgenden Grund: Die Websites des Darknets sind auf zwei anonymitätssichernde Softwareservices angewiesen: Tor und I2P. Diese Programme verschlüsseln den Datenverkehr und verbergen die IP-Adressen der Server, auf denen diese Websites gehostet werden. Dadurch ist es schwierig, herauszufinden, wo und von wem sie gehostet werden, obwohl man sie besuchen kann. Diese Anonymität macht das Darknet für viele Arten von Kriminellen attraktiv.

Was sind die Inhalte des Darknets?

Das Darknet hat seinen schäbigen Ruf zumindest teilweise verdient. Grundsätzlich ist es für Nutzer möglich, dort Waffen, Drogen, Falschgeld, fremde Online-Konten, Kreditkartennummern und vieles mehr zu kaufen und zu verkaufen. Man findet dort auch Software, mit der man sich Zugriff auf die Computer anderer Personen verschaffen kann. Doch es sei noch einmal betont, dass das Darknet nicht nur kriminellen Machenschaften dient. Hier findet man auch Online-Ausgaben von Büchern, die schon lange vergriffen sind, eine Sammlung der politischen Berichterstattung der größten Nachrichtenportale und mehrere Websites, die von Whistleblowern betrieben werden, um wirtschaftliche und politische Korruptionsfälle aufzudecken.

Kryptowährung

Ohne das Aufkommen von Kryptowährung wäre das Darknet wahrscheinlich nicht annähernd so erfolgreich. Warum? Mit diesen virtuellen Währungen kann man Transaktionen durchführen, ohne die Identität oder den Aufenthaltsort seines Transaktionspartners zu kennen. Ihre Anonymität macht Kryptowährungen zum idealen Tauschmittel im "dunklen Netz".

Nun könnte man meinen, es sei sicher, Waren im Darknet zu kaufen, solange man mit einer Online-Währung bezahlt und so die eigene Identität geheim hält. Aber das ist nicht notwendigerweise der Fall. Schließlich ist das Darknet gerade wegen seiner Anonymität für Betrüger und Kriminelle attraktiv. Selbst wenn Sie eine virtuelle Währung nutzen, könnten Sie Scammern zum Opfer fallen. Möglicherweise kommen die bereits bezahlten Artikel nie bei Ihnen an. Möglicherweise senden Ihnen die Betrüger ein völlig anderes Produkt als jenes, das Sie bestellt haben. Viele der Websites im Darknet bieten kaum Schutz.

Schwarzmärkte und geheime Dienstleistungen

Die größte Bekanntheit erlangte das Darknet womöglich als Plattform für Schwarzmärkte, auf denen Besucher illegale Drogen kaufen können. Silk Road ist ein gutes Beispiel. Diese Website war ein berüchtigter Drogenumschlagplatz. 2013 wurde sie vom amerikanischen FBI vom Netz genommen. Ende desselben Jahres ging eine neue Version der Website online, doch auch sie wurde abgeschaltet. Ihr Gründer wurde Ende 2014 verhaftet und zu lebenslanger Haft ohne Aussicht auf Bewährung verurteilt. AlphaBay war ein weiterer beliebter Online-Schwarzmarkt, auf dem eine Fülle illegaler Produkte angeboten wurden. Das Portal wurde 2017 geschlossen.

Weitere kriminelle Aktivitäten

Das Darknet hat sich auch einen Ruf als Plattform für weitere kriminelle Aktivitäten erworben, insbesondere für Pornografie – inklusive Kinderpornografie – und illegale Schusswaffen. Man munkelt, dass man dort sogar einen Auftragsmörder anheuern kann.

Unser Rat? Sollten Sie sich entschließen, das Darknet aufzusuchen, geben Sie acht, worauf Sie klicken und mit wem Sie interagieren, um nicht versehentlich fragwürdige oder illegale Inhalte anzusehen oder aufzurufen.

Ist das Darknet illegal?

Das Surfen im Darknet ist nicht illegal. Der Kauf verbotener Drogen oder Schusswaffen über eine Website im Darknet ist hingegen höchst illegal. Gleiches gilt natürlich für das Anheuern eines Auftragsmörders oder das Herunterladen von Kinderpornografie.

Denken Sie an Ihre Sicherheit

Es gibt legitime Websites im Darknet, doch wenn Sie dort nach illegalen Aktivitäten suchen, könnten Sie in ernsthafte Schwierigkeiten geraten. Also geben Sie acht, worauf Sie zugreifen, wenn Sie im "dunklen Netz" unterwegs sind.

Darknet-Browser

Tor ist ein beliebter Browser für anonyme Websuchen. Er wird auch gerne verwendet, um Websites im Darknet anzusurfen.

Tor steht für "The Onion Routing Project" (engl. für "Projekt für Routing nach dem Zwiebelsystem"). Der Browser wurde von der Marine der Vereinigten Staaten entwickelt. Seit 2004 ist er für die Öffentlichkeit verfügbar. Sie können den Browser auf torproject.org herunterladen. Doch zuerst müssen Sie die Websites im Darknet finden, die Sie ansteuern möchten. Und das ist nach wie vor eine kniffelige Aufgabe.

Verwenden Sie ein VPN

Legen Sie sich ein privates Netzwerk, kurz VPN, zu, um Ihre Privatsphäre zu schützen, wenn Sie im Internet Bankgeschäfte erledigen, einkaufen oder surfen. Ein VPN sorgt dafür, dass Sie anonym bleiben, indem es Ihnen über eine öffentliche Internetverbindung ein privates Netzwerk bereitstellt. So können Sie verhindern, dass Cyberkriminelle Ihre WLAN-Verbindung abhören und die Daten abfangen, die Sie senden oder empfangen. Mit Norton Secure VPN können Sie Ihre Online-Aktivitäten mit hochgradig sicherer Verschlüsselung absichern, um die Sicherheit und Privatsphäre bei der Datenübertragung zu erhöhen.

Seien Sie vorsichtig beim Surfen und geben Sie niemals personenbezogene Daten preis

Seien Sie vorsichtig, wenn Sie das Darknet aufsuchen. Selbst wenn Sie legitime Gründe haben, in diesen Winkel des Internets vorzudringen, laufen Sie schnell Gefahr, unwissentlich auf ein paar üble Ecken zu stoßen. Geben Sie niemals personenbezogene Daten preis und tun Sie online nichts, was Sie im realen Leben nicht auch tun würden.

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