Der Online-Schutz unserer Kinder ist eine täglich komplexer werdende Herausforderung. Vor ein paar Jahren machten sich Eltern hauptsächlich Sorgen um Gefahren durch Fremde und Online-Kriminelle. In Untersuchungen des Berkman Center der Harvard University wurden Online-Kriminelle kürzlich auf eine viel niedrigere Risikokategorie herabgestuft. Es gibt aber auch weiterhin viele Online-Risiken, über die unsere Kinder aufgeklärt werden müssen. Diese Risiken können in die folgenden drei Kategorien unterteilt werden.

Internetbetrug

Die erste Kategorie ist der Internetbetrug – oder die Bedrohungen durch Fremde mit finanziellen Motiven. Ob in Form von Computerviren, Trojanern, Phishing-Angriffen oder Spam-E-Mails, der Internetbetrug ist jährlich auf dem Vormarsch und verändert sich. Eltern sollten sich unbedingt über die verschiedenen Bedrohungen informieren und auch wissen, welche neuen Gefahren es gibt. Dies ist sicher keine leichte Aufgabe, vor allem, wenn Sie technisch nicht so versiert sind oder nicht wissen, wo Sie nach Hilfe suchen sollen. Glücklicherweise können Sie mehrere Maßnahmen ergreifen, um Internetbetrug jeglicher Ausprägung von Ihrem Computer, Ihrem Heimnetzwerk und Ihrer Familie fernzuhalten. Halten Sie sich selbst an die folgenden Tipps, und geben Sie diese an Ihre Kinder weiter.

1. Verwenden Sie ein Internet-Sicherheitspaket, wie beispielsweise Norton 360 oder Norton Internet Security, auf allen Ihren Computern. Die Verwendung eines Antivirus-Programms allein bietet keinen ausreichenden Schutz. Sie benötigen eine komplette Firewall, Antispyware und sonstigen Schutz. All dies bietet ein Sicherheitspaket.

2. Schützen Sie Ihr Heimnetzwerk, indem Sie ein sicheres Kennwort und strenge Sicherheitseinstellungen verwenden.

3. Vermeiden Sie das Klicken auf Links, das Beantworten von Werbung sowie das Öffnen von E-Mails, wenn sie von jemandem stammen, den Sie nicht kennen oder der Ihnen verdächtig erscheint. Nehmen Sie sich die Zeit, um den Absender anzurufen ("Hast du mir diesen Link geschickt?") oder die URL für Ihre Bank einzugeben. Und zeigen Sie, dass Sie über gesunden Menschenverstand verfügen, indem Sie nicht auf diese sozialen Manipulationstechniken hereinfallen.

4. Verwenden Sie ein sicheres Kennwort (eindeutig und komplex) für alle Konten und Geräte. Die beiden wichtigsten Kennwörter sind für Ihr soziales Netzwerk und Ihr E-Mail-Konto. Falls ein Hacker die Kontrolle über Ihr soziales Netzwerk erlangt, kann er Ihre Freunde betrügen. Wenn er Ihre E-Mail-Adresse kennt, kann er mithilfe des allgegenwärtigen Links "Kennwort vergessen" das Kennwort für all Ihre anderen Konten zurücksetzen.

5. Reden Sie mit Ihren Kindern über die Vermeidung von Internetbetrug. Ihre Kinder müssen genauso vorsichtig sein wie Sie. Außerdem sollten sie unbedingt wissen, dass sie sich jederzeit an Sie wenden können, wenn sie online einen Fehler machen − es ist nicht auszuschließen, dass sie doch einmal auf eine Scamware-Warnung hereinfallen oder einen gefährlichen Virus auf den Computer herunterladen. Viele Kinder sind technisch versiert genug, zu erkennen, wenn sie einen Virus heruntergeladen haben, aber wenige Kinder trauen sich, dies den Eltern zu beichten.

Cyber-Mobbing

Die zweite Kategorie sind die Risiken für Ihr Kind durch Personen, die sie kennen. Damit ist in der Regel das Cyber-Mobbing gemeint. Dies ist bei weitem die häufigste Online-Gefahr für unsere Kinder. Die Statistiken variieren, aber mindestens 20 Prozent der Kinder erhalten über soziale Netzwerke, E-Mails, Instant Messages, Videos und SMS belästigende, hetzerische oder beleidigende Nachrichten.

Dabei ist bezeichnend, dass im Gegensatz zum Mobbing beim Cyber-Mobbing die Rollen praktisch sofort vertauscht werden können. Das Opfer kann zum Täter werden, indem es einfach auf eine bösartige E-Mail mit einer verbalen Attacke antwortet.

6. Machen Sie Ihren Kindern klar, dass sie Kennwörter auf keinen Fall weitergeben, auch nicht an enge Freunde. Falls sie dennoch ein Kennwort weitergegeben haben, sollten sie das Kennwort sofort ändern.

7. Bringen Sie Ihren Kindern bei, sich vom Computer abzumelden, wenn sie ihn nicht mehr benötigen. Dies gilt auch, wenn sie zu Hause sind. Dadurch wird verhindert, dass Freunde oder Geschwister mit diesem Konto Nachrichten und E-Mails verschicken – auch wenn dies als Scherz gedacht ist.

Wenn Ihr Kind das Ziel von Cyber-Mobbing wird, bringen Sie ihm bei, nicht darauf zu antworten, eine Kopie aller Nachrichten aufzubewahren und den Vorfall der Schule oder der Website zu melden. Falls die Nachrichten Drohungen enthalten, erstatten Sie Anzeige bei der Polizei. Wenn Sie den Vorfall der Schule melden, müssen Sie persönlich nachhaken und eine schriftliche Stellungnahme verlangen, wie die Schulleitung auf das Problem reagieren wird. In den meisten US-Bundesstaaten gibt es Gesetze gegen diese Art des Missbrauchs, und Schulen sind verpflichtet, sich um dieses Problem zu kümmern, wenn sie darauf hingewiesen werden.

Online-Ruf

Die dritte Kategorie von Online-Risiken ist der Schaden, den wir selbst verursachen. Hierfür gibt es die unterschiedlichsten Varianten, wie beispielsweise "Sexting" (Versenden sexueller Inhalte per Foto, Video oder SMS), das Bereitstellen von Informationen oder Fotos, die privat, peinlich oder kontrovers sind, sowie das Versäumnis, Datenschutzeinstellungen festzulegen.

"Sexting" ist definit nichts, mit dem unsere minderjährigen Kinder in Kontakt kommen sollten. Aufgrund von Gesetzen zur Kinderpornografie und sonstiger Gesetze müssen Lehrer, Eltern und Strafverfolgungsbehörden aktiv werden, wenn sie von dieser Art von Aktivitäten erfahren. Die Kinder sind möglicherweise der Meinung, dass sie Fotos nur mit Freunden austauschen, aber nur allzu oft werden die Fotos vom Empfänger aus den verschiedensten Gründen weitergegeben. Es kann sein, dass die Freundschaft beendet wurde, der Empfänger gegenüber Freunden angeben möchte oder ein Freund die Bilder auf dem Telefon gesehen und an andere weitergeleitet hat. (Dies ist ein weiterer Grund für die Festlegung eines Kennworts für alle Geräte!)

"Online-Ruf" ist ein Begriff für alle über Sie im Internet verfügbaren Informationen, die bei einer Suche oder in Ihrem Profil in einem sozialen Netzwerk angezeigt werden. Dieses Gesamtporträt von Ihnen kann als digitales Dossier dienen, das nicht unbedingt den wahren Tatsachen über Sie entsprechen muss. Oft hört man von jungen Leuten, die ihre schulische und berufliche Karriere und ihre Beziehung mit törichten Beiträgen, Fotos betrunkener Minderjähriger oder der Mitgliedschaft bei umstrittenen Online-Gruppen selbst sabotieren.

Der Datenschutz im Internet stellt für viele Menschen eine immer größere Herausforderung dar. Wir alle müssen Maßnahmen ergreifen, um unsere persönlichen Daten zu schützen. Dazu gehört, dass wir unsere Online-Konten absichern, die in öffentlichen Foren veröffentlichten Informationen begrenzen und nicht genutzte oder unerwünschte Online-Dienste ablehnen. Unser Leben wird in einem Umfang öffentlich dokumentiert, der zunehmend Anlass zur Sorge gibt. Führen Sie doch einmal eine Online-Suche aus, indem Sie einfach Ihren Namen eingeben. Dann werden Sie erstaunt sein, was das Internet alles über Sie weiß: Ihr Abschneiden beim 10-Kilomater-Lauf, Informationen zu Ihrer Immobilienhypothek und Fotos von Ihnen in Ihrem sozialen Netzwerk sind vielleicht nur einige der Suchtreffer, die Sie erhalten. Private Daten können von anderen missbraucht werden − mit unerfreulichen und schädlichen Folgen für Sie. Daher wird es immer wichtiger, den Datenschutz ernst zu nehmen – und gute Ratschläge und Verhaltensweisen an Ihre Kinder weiterzugeben.

8. Begrenzen Sie mithilfe der Sicherheits- und Datenschutzeinstellungen in Ihrem sozialen Netzwerk und allen Konten die Personen, die Zugriff auf Ihre Beiträge haben.

9. Informieren Sie sich über Einstellungen für die Kindersicherung auf Ihren Handys sowie auf Spielekonsolen, Tablet-PCs und allen Ihren Computern. Norton Family ist ein hervorragendes kostenloses Tool für PCs und Macs.

10. Reden Sie mit Ihren Kindern regelmäßig darüber, wie sie Technologie nutzen. Legen Sie Regeln und Grenzen fest, und sorgen Sie dafür, dass sie Technologie nicht heimlich verwenden. Informieren Sie sich, worüber Sie mit Ihren Kindern sprechen sollten, und führen Sie solche Gespräche jedes Jahr bzw. bei der Einführung neuer Technologien in Ihrer Familie.