Ist ChatGPT gefährlich? Die Risiken und welche Informationen Sie nicht teilen sollten

ChatGPT ist für alltägliche Aufgaben im Allgemeinen sicher, aber es lohnt sich, darauf zu achten, was Sie damit teilen. Hier beschreiben wir seine Datenschutzrisiken, Sicherheitsfunktionen und Einschränkungen genauer. Nutzen Sie dann den Norton Betrugsschutz mit ChatGPT, um verdächtige Links, Nachrichten und Betrug zu erkennen, bevor Sie handeln.

Ein Benutzer öffnet die ChatGPT-Oberfläche und verzichtet darauf, persönliche Informationen anzugeben.

ChatGPT ist für alltägliche Aufgaben wie Recherche, Verfassen von Texten und Brainstorming im Allgemeinen sicher, birgt jedoch auch ernstzunehmende Datenschutz- und Sicherheitsrisiken. Bedenken zum Thema Datenschutz betreffen die Menge der gespeicherten Benutzerdaten und die Dauer ihrer Aufbewahrung; zu den Sicherheitsrisiken gehört die Ausnutzung dieser leistungsstarken Technologie durch Cyberkriminelle, die sie für überzeugende Betrugsmaschen missbrauchen.

Hier klären wir die wichtigsten Punkte, die Sie über ChatGPT wissen müssen, darunter die damit verbundenen Risiken für Sicherheit und Datenschutz, seine integrierten Datenschutzfunktionen, aktuelle Gerichtsverfahren gegen das Mutterunternehmen OpenAI sowie den verantwortungsvollen Umgang damit.

Was ist ChatGPT?

ChatGPT ist eine Form von generativer KI. Sie reagiert auf Ihre Eingaben, indem sie natürliche, menschenähnliche Texte generiert. Benutzer verwenden es, um zu recherchieren, Code zu generieren, Hilfe beim Schreiben von Texten zu erhalten und Ideen zu entwickeln. Es basiert auf einem großen Sprachmodell (LLM), das mit riesigen Datenmengen trainiert wurde und innerhalb von Sekunden eine menschlich klingende Antwort liefern kann.

Wie bei den meisten Cloud-Services werden Daten, die Sie in ChatGPT eingeben, über das Internet an dessen Server übertragen. Die Daten werden während der Übertragung verschlüsselt und nirgendwo veröffentlicht oder indiziert. Aber nichts, was über das Internet übertragen wird, ist zu 100 % sicher oder privat. Vermeiden Sie es also, persönliche, finanzielle oder vertrauliche Informationen anzugeben.

Der Chatbot selbst ist zwar sicher zu verwenden; Cyberkriminelle können KI-Tools jedoch für ihre böswilligen Machenschaften missbrauchen. Beispielsweise können sie mit ChatGPT Code oder überzeugenden Text für Phishing-Websites, Betrugskampagnen oder für Projekte mit Malware-Beteiligung generieren und dadurch betrügerische Websites und Angriffe noch legitimer wirken lassen.

ChatGPT – Datenschutz- und Sicherheitsrisiken

Die Popularität von LLMs wie ChatGPT hat traditionelle Cybersicherheitsbedrohungen wie gefälschte Apps und Phishing-Betrug überzeugender, skalierbarer und für unerfahrene Cyberkriminelle zugänglicher gemacht. Der Aufstieg der künstlichen Intelligenz hat auch neue Risiken mit sich gebracht, darunter VibeScammed-Websites und Prompt-Injection-Angriffe.

Da KI-Tools immer mehr zum Teil des täglichen Lebens werden, finden Angreifer immer schlauere Wege, sie durch KI-Betrug auszunutzen.

Datenpannen

Bei einer Datenpanne werden sensible Daten ohne Genehmigung offengelegt und anschließend von einem Cyberkriminellen abgerufen und verwendet. Wenn beispielsweise persönliche Daten, die Sie in einem Gespräch mit ChatGPT bereitgestellt haben, offengelegt werden, könnten Sie dem Risiko von Identitätsdiebstahl oder personalisiertem Betrug ausgesetzt sein.

OpenAI teilt Inhalte laut eigener Aussage zwar mit "einer ausgewählten Gruppe vertrauenswürdiger Dienstleister", behauptet aber, Benutzerdaten nicht an Dritte wie Datenbroker zu verkaufen oder weiterzugeben, die sie für Marketing oder andere kommerzielle Zwecke verwenden könnten.

Aber KI-Tools können sensible Informationen trotzdem noch versehentlich durchsickern lassen. Dazu kam es bei den folgenden aktuellen Vorfällen:

  • In einem der peinlicheren Vorfälle für ChatGPT indizierte Google Links zu Gesprächen, die Benutzer geteilt hatten – private Chats über Gesundheit, rechtliche Fragen und Geschäftsstrategien konnten dadurch von jedermann durchsucht werden. OpenAI entfernte die Funktion und arbeitete mit Google zusammen, um die Ergebnisse zu bereinigen.
  • Bei einem Datenschutzverstoß bei einem Drittanbieter für Analysen wurden personenbezogene Daten von Kunden offengelegt. OpenAI beeilte sich zu betonen, dass seine eigenen Systeme nicht gehackt wurden, aber genau das ist der Punkt: ChatGPTs Daten-Fußabdruck endet nicht bei den Servern von OpenAI, und Drittanbieter bringen Risiken mit sich, die das Unternehmen nicht vollständig kontrollieren kann.

Diese Vorfälle verdeutlichen, wie Daten, die Sie mit großen Online-Plattform teilen – darunter auch ChatGPT –, auf unerwartete Weise auftauchen können. Das Sicherste ist es, alles, was Sie in ChatGPT eingeben, als potenziell auch außerhalb Ihrer Konversation zugänglich zu betrachten.

Prompt Injection-Angriff

Von "Prompt Injection"-Angriffen spricht man, wenn jemand bösartige Anweisungen einschmuggelt, um ein LLM dazu zu bringen, vorherige Anweisungen zu ignorieren und eine andere Aktion auszuführen. Dies geschieht normalerweise indirekt, durch versteckte Anweisungen in Daten, die Sie von ChatGPT verarbeiten lassen wollen, anstatt einfach einen Befehl in einer Benutzereingabe zu verstecken.

Nehmen wir an, Sie bitten ein KI-Tool, Informationen auf einer Website zusammenzufassen. Wenn diese Website eine versteckte, böswillige Anweisung enthält, kann das Tool diese ausführen und dabei vorherige Anweisungen oder Schutzmaßnahmen ignorieren.

Ein erfolgreicher Angriff kann sensible Daten offenlegen, unerwünschte Aktionen auslösen oder Sicherheitsfilter umgehen. Da ChatGPT durch das Zusammenfassen von E-Mails, das Lesen von Dokumenten und das Surfen im Internet immer tiefer in Produktivitäts-Workflows integriert wird, wächst das Angriffspotenzial für Prompt Injection.

Diese versteckten Befehle können in hochgeladenem Text, Formularfeldern oder in gewöhnlichen Benutzereingaben lauern – obwohl die meisten großen LLMs diese Art von Angriff jetzt erkennen und direkte Prompt Injection in Benutzereingaben ignorieren können.

Datenmanipulation (Data Poisoning)

Datenmanipulation liegt vor, wenn böswillige Akteure falsche oder schädliche Informationen in die Daten einschleusen, die zum Training von KI verwendet werden. Dies kann zu voreingenommenen, ungenauen oder riskanten Antworten führen. Im Laufe der Zeit wird das "Gehirn" des Modells verzerrt und erzeugt Halbwahrheiten und schlechte Ratschläge, die das Vertrauen langsam untergraben können – Schritt für Schritt, Prompt-Ausgabe für Prompt-Ausgabe.

Eine Studie von Anthropic, dem Unternehmen hinter dem Claude-Sprachmodell, zeigte, dass selbst eine relativ kleine Menge schlechter Daten das Verhalten eines großen KI-Modells durcheinanderbringen kann. Da diese großen Sprachmodelle so viele Informationen aus dem Web abgreifen, können sich die manipulierten Dokumente einschleichen und dazu führen, dass sich das Modell auf unerwartete Weise fehlverhält.

ChatGPT-Privatsphäre-Funktionen

ChatGPT bietet mehrere Datenschutzeinstellungen, mit denen Sie verwalten können, wie Ihre Chats und Daten verarbeitet werden. Eine Funktion zu deaktivieren, bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass Ihre bisherigen Daten sofort gelöscht werden. Daher lohnt es sich, die Grenzen der einzelnen Datenschutzoptionen zu verstehen.

Hier erfahren Sie, was jede dieser Steuerungen bewirkt und was sie kann und was nicht:

  • Chat-Verlauf deaktivieren/Modelltraining ablehnen: Verhindert, dass Ihre Chats zum Training zukünftiger Modelle verwendet werden. Chats werden nach wie vor 30 Tage lang auf den Servern von OpenAI gespeichert und dann gelöscht. Diese Einstellung gilt nicht rückwirkend, und bereits für das Training verwendete Daten werden nicht entfernt.
  • Temporärer Chat (Inkognito-Modus): Chats werden nicht in Ihrem Verlauf gespeichert oder für das Training verwendet und verschwinden nach dem Ende der Sitzung. OpenAI behält jedoch zur Erkennung möglichen Missbrauchs eine Kopie bis zu 30 Tage lang auf seinen Servern; "temporär" bedeutet also nicht, dass gar keine Aufzeichnung vorhanden ist. Ein Update von 2026 fügte die Möglichkeit hinzu, Personalisierungseinstellungen (wie Speicher- und Tonpräferenzen) auch im temporären Chat beizubehalten. Dies bietet Benutzern mehr Flexibilität, ohne die Privatsphäre von Sitzungen zu beeinträchtigen.
  • Chat-Verlauf löschen: Entfernt Konversationen sofort aus Ihrem sichtbaren Verlauf, aber nicht unbedingt aus den Systemen von OpenAI. Gelöschte Chats werden in der Regel bis zu 30 Tage lang aufbewahrt, bevor sie endgültig gelöscht werden. In einigen Fällen können sie länger aufbewahrt werden, wenn dies aus rechtlichen, sicherheitsrelevanten oder betrieblichen Gründen erforderlich ist oder wenn sie bereits de-identifiziert wurden. Wenn Ihr Konto einer gesetzlichen Aufbewahrungspflicht unterliegt, kann die Aufbewahrungsfrist verlängert werden.
  • Speichereinstellungen: Sie können anzeigen, bearbeiten oder löschen, was ChatGPT über Sie gespeichert hat. Erinnerungen werden in temporären Chat-Sitzungen nicht verwendet, sodass Sie bei Bedarf wieder bei Null anfangen können.

ChatGPT ist standardmäßig nicht privat. OpenAI kann in Abhängigkeit von Ihren Einstellungen Konversationen zu Sicherheits-, Schutz- und Richtliniendurchsetzungszwecken speichern und überprüfen. Wenn Sie sensible Themen besprechen, verwenden Sie den temporären Chat und vermeiden Sie es, Informationen zu teilen, die Sie nicht gespeichert haben möchten. Allgemeiner gesagt erfordert der Schutz Ihrer Privatsphäre im Internet gute Gewohnheiten, die über eine einzelne App hinausgehen – unser Leitfaden zur Privatsphäre im Internet erklärt die Tools und Praktiken, die dabei helfen können.

Missbrauch von ChatGPT

ChatGPT wurde für Produktivität, Effizienz und Lernen entwickelt, aber KI-Betrüger können seine Funktionen für kriminelle Gewinne ausnutzen. Einige verwenden es zum Schreiben von bösartigem Code, andere, um Social-Engineering-Programme zu automatisieren. OpenAI hat Schutzmaßnahmen eingerichtet, aber kein System kann Missbrauch vollständig verhindern.

Generierung von bösartigem Code

Malware ist bösartige Software, mit deren Hilfe Cyberkriminelle versuchen, Zugang zu Computersystemen oder Netzwerken zu erhalten und sie zu beschädigen. Jede Art von Malware erfordert Computercode. Hacker müssen deshalb im Allgemeinen eine Programmiersprache kennen, um neue Malware zu erstellen (oder sie kaufen sie illegal auf zwielichtigen Marktplätzen im Darknet).

Betrüger können jetzt mit ChatGPT oder ähnlichen Tools indirekt Malware-Code schreiben oder zumindest verbessern lassen. Obwohl ChatGPT über Sicherheitsmaßnahmen verfügt, um böse Absichten zu erkennen, und das Tool wissentlich keinen Schadcode schreibt, gab es Fälle, in denen Benutzer diese Beschränkungen umgangen haben.

Ein Forscherteam von Cornell Tech, Technion und Intuit hat gezeigt, dass generative KI-Systeme, einschließlich ChatGPT, anfällig für Zero-Click-KI-Würmer sein können. Bei ihrem Proof-of-Concept-Angriff verbreitete sich der Wurm, indem er ausnutzte, wie KI-Assistenten bösartige Eingabeaufforderungen verarbeiten, die in Inhalten versteckt sind, ohne dass der Benutzer auf einen Link klicken oder eine Datei herunterladen muss.

Erstellung von Betrugsnachrichten

Cyberkriminelle können mit ChatGPT außerdem Phishing-E-MailsCatfishing-Profile, und Whaling-Angriffe erstellen, die echte Kommunikationsstile nachahmen. Die Fähigkeit des Modells, natürlich wirkenden, überzeugenden Text zu generieren, macht Social Engineering-Betrug glaubwürdiger.

Eine im Jahr 2026 in Expert Systems with Applications veröffentlichte Studie ergab, dass von künstlicher Intelligenz generierte Spear-Phishing-E-Mails genauso effektiv waren wie solche, die von menschlichen Experten verfasst wurden, und eine Klickrate von 54 % erzielten, verglichen mit 12 % bei generischen Phishing-E-Mails.

Angreifer bringen Opfer dazu, persönliche Informationen preiszugeben, Geld zu überweisen oder auf schädliche Links zu klicken, indem sie entsprechend getarnte Nachrichten senden, die von vertrauenswürdigen Marken oder Führungskräften zu kommen scheinen. Entscheidend ist, dass LLMs wie ChatGPT es Betrügern ermöglichen, ihre Angriffe zu skalieren. Laut derselben Studie konnte dadurch der ROI von Betrug um das bis zu 50-fache gesteigert werden.

Unsere eigenen Bedrohungsforscher kamen zu ähnlichen Schlussfolgerungen darüber, wie LLMs Betrug skalierbar machen, als sie von künstlicher Intelligenz generierte gefälschte Websites untersuchten, die sie VibeScams nannten. Diese schädlichen Websites, die echt aussehen und sich echt anfühlen (und damit den "Vibe-Check" bestehen), können in wenigen Minuten erstellt werden.

Täuschung im akademischen und beruflichen Umfeld

Manche Schüler und Studenten nutzen ChatGPT, um schneller Ergebnisse zu erzielen, ihrem Lernen ist das allerdings nicht zuträglich. Anstatt die Arbeit selbst zu erledigen, lassen sie vom KI-Assistenten Aufsätze, Hausaufgaben oder Prüfungsantworten generieren und geben sie dann als ihre eigenen aus. Um dies zu bekämpfen, verwenden viele Lehreinrichtungen jetzt KI-Erkennungstools und strengere Richtlinien, um gefälschte Arbeit zu erkennen und eine verantwortungsvolle KI-Nutzung zu fördern.

Das Problem geht über den Unterricht hinaus. Am Arbeitsplatz nutzen manche Mitarbeiter ChatGPT, um Berichte, E-Mails oder andere Inhalte zu erstellen und diese als vollständig eigene Arbeit auszugeben. Obwohl am Arbeitsplatz unterschiedliche Richtlinien gelten können, kann das Ausgeben von KI-generierten Inhalten als eigene Arbeit ethische Bedenken aufwerfen und in manchen Fällen als Plagiat gelten.

Ob in der Schule oder bei der Arbeit – eine zu starke Abhängigkeit von künstlicher Intelligenz ohne ordnungsgemäße Offenlegung kann die Glaubwürdigkeit untergraben und die Entwicklung des kritischen Denkens sowie der Kommunikationsfähigkeiten behindern.

Zeigt zwei Bildschirme eines Mobiltelefons nebeneinander, wobei ChatGPT der böswilligen Eingabe rechts keine Folge leistet, da es sich um eine neuere Version mit Schutzmaßnahmen handelt.
Zeigt zwei Bildschirme eines Mobiltelefons nebeneinander, wobei ChatGPT der böswilligen Eingabe rechts keine Folge leistet, da es sich um eine neuere Version mit Schutzmaßnahmen handelt.
Zeigt zwei Bildschirme eines Mobiltelefons nebeneinander, wobei ChatGPT der böswilligen Eingabe rechts keine Folge leistet, da es sich um eine neuere Version mit Schutzmaßnahmen handelt.

Fehlinformationen durch ChatGPT

Einige der mit der Verwendung von ChatGPT verbundenen Risiken müssen nicht einmal vorsätzlich oder böswillig sein, um Schaden anzurichten. LLMs werden mithilfe riesiger Datenmengen trainiert und können viele Fragen genau beantworten; es ist jedoch bekannt, dass sie auch schwerwiegende Fehler machen und falsche Inhalte generieren.

Auf welche Weise Sie auch immer ChatGPT oder eine andere generative KI verwenden – Sie müssen die ausgegebenen Informationen unbedingt überprüfen.

Halluzinationen

ChatGPT kann manchmal falsche oder völlig frei erfundene Informationen generieren, ein Phänomen, das als "Halluzination" bekannt ist. Zu diesen Fehlern können ungenaue Fakten, erfundene Statistiken, falsch zugeordnete Zitate oder Verweise auf nicht existierende Quellen gehören.

Halluzinationen entstehen, weil ChatGPT Antworten generiert, indem es wahrscheinliche Wortfolgen vorhersagt, anstatt jede Aussage anhand maßgeblicher Quellen zu überprüfen. Untersuchungen zeigen, dass große Sprachmodelle (LLMs), wie das hinter ChatGPT, plausibel klingende, aber unzutreffende Antworten liefern können, wobei die Genauigkeit je nach Modell, Thema und Formulierung einer Frage variiert.

Fehler treten im Allgemeinen häufiger bei Nischenthemen und aktuellen Ereignissen sowie bei Fragen auf, die präzise Zahlen, Quellenangaben oder hochspezialisiertes Wissen erfordern. Bei wichtigen Entscheidungen oder sachlichen Behauptungen ist es stets am besten, die Informationen anhand vertrauenswürdiger, aktueller Quellen zu überprüfen.

Versagen bei komplexen Argumentationen

ChatGPT kann zwar Informationen in Sekunden verarbeiten, aber es argumentiert nicht wie ein Mensch. Bei komplexen, mehrstufigen Fragen kann es zu falschen Schlussfolgerungen kommen, Fakten durcheinanderbringen oder überzeugende, aber fehlerhafte Details erfinden.

Im Wesentlichen ist die KI nach wie vor überfordert, wenn eingehenderes, strukturiertes Denken erforderlich ist. Dies wird besonders riskant, wenn Menschen ChatGPT als Ersatz für professionelle Beratung betrachten. Ab Ende 2025 wurden in den USA und Kanada mehrere Klagen eingereicht, in denen behauptet wird, dass die Antworten von ChatGPT gefährdeten Benutzern direkten Schaden zugefügt haben – Fälle, die im Abschnitt über Rechtsstreitigkeiten weiter unten ausführlich beschrieben werden.

Das Muster in diesen Klagen ist einheitlich: Wenn Benutzer ChatGPT als maßgebliche Beratungsinstanz und nicht als Textgenerator behandeln, können die Folgen schwerwiegend sein.

Inhaltliche Voreingenommenheit ("Content Bias")

Da ChatGPT größtenteils mit Daten aus dem Internet trainiert wird und dort Vieles in kultureller, politischer und sozialer Hinsicht verzerrt dargestellt wird, überrascht es nicht, dass diese Verzerrungen in das Modell einfließen. Wenn Sie also eine Frage stellen, erhalten Sie möglicherweise nicht immer die Wahrheit, sondern die Antwort reflektiert den aktuellen Konsens. Dies kann auch zu Wissenslücken führen, bei denen das Modell Themen, die es nicht vollständig versteht, vermeidet oder vereinfacht.

Konkurrierende KI-Modelle stehen vor demselben Problem. Sie wurden möglicherweise mit anderen Daten trainiert und haben einen anderen Tonfall, aber die inhärenten Verzerrungen sind trotzdem vorhanden.

Gegen OpenAI- und ChatGPT erhobene Klagen: Was Benutzer wissen sollten

OpenAI sieht sich derzeit auf mehreren Fronten mit rechtlichen Herausforderungen konfrontiert – von Urheberrechtsstreitigkeiten darüber, wie ChatGPT trainiert wurde, bis hin zu Vorwürfen, dass seine Produkte Benutzern direkten Schaden zugefügt haben.

Diese Fälle werden nicht unbedingt ändern, wie Sie ChatGPT täglich nutzen, einige davon haben aber bereits Auswirkungen darauf, wie Ihre Daten gespeichert werden. Das passiert gerade und das bedeutet es für Sie:

Urheberrechtsklagen

Die New York Times verklagte OpenAI mit der Begründung, dass ChatGPT ohne Genehmigung oder Vergütung mit urheberrechtlich geschützten Inhalten trainiert wurde. Anfang 2026 wurden 16 damit zusammenhängende Klagen zu einem Multidistrict-Litigation-Verfahren im Southern District of New York zusammengefasst.

Im Januar 2026 ordnete ein Bundesrichter an, dass OpenAI den Klägern 20 Millionen anonyme Konversationsprotokolle aus ChatGPT vorlegen muss – ein erheblicher rechtlicher Rückschlag für das Unternehmen. OpenAI bestreitet jegliches Fehlverhalten und argumentiert, dass seine Nutzung als Fair Use gilt.

Was das für Benutzer bedeutet: Während OpenAI zuvor verpflichtet war, einige Benutzerkonversationen, einschließlich gelöschter Chats, aufzubewahren, endete diese Anordnung im September 2025, und die standardmäßigen Löschpraktiken wurden wieder aufgenommen. Chats von April bis September 2025 können jedoch weiterhin als rechtliches Beweismaterial aufbewahrt werden, auch wenn Benutzer diese in diesem Zeitraum gelöscht haben.

Klagen wegen psychischer Gesundheitsschäden

Wie bereits erwähnt, wurden in Kalifornien sieben Klagen eingereicht, in denen behauptet wird, ChatGPT habe gefährdeten Benutzern schädliche Ratschläge erteilt, wobei in einigen Fällen behauptet wird, die Interaktionen hätten zum Suizid beigetragen.

Darüber hinaus reichten im April 2026 Familien von Opfern des Amoklaufs in einer Schule in Tumbler Ridge in British Columbia Klage gegen OpenAI bei einem US-Bundesgericht ein. In der Klage wird behauptet, dass das Unternehmen es versäumt hat, die Behörden zu benachrichtigen, nachdem seine eigenen automatisierten Systeme die gewaltbereiten Gespräche des Schützen Monate vor dem Angriff markiert hatten.

OpenAI hat seitdem erklärt, seine Schutzmaßnahmen gestärkt zu haben. Diese Fälle befinden sich in einem frühen Stadium, aber es wird erwartet, dass sie eine grundlegende Rechtsfrage klären werden, die die Gerichte noch nicht beantwortet haben: Welche Verantwortung tragen KI-Plattformen für die Handlungen der Benutzer?

Elon Musk vs. OpenAI

Musk verklagte OpenAI und seine Führung mit der Behauptung, das Unternehmen habe seine gemeinnützige Mission aufgegeben und frühen Unterstützern gegenüber irreführende Zusagen gemacht. Ein Gericht wies seinen Antrag auf eine einstweilige Verfügung im Jahr 2025 ab, und der Fall ging im Frühjahr 2026 vor Gericht. Im Mai 2026 entschied eine Jury zugunsten von OpenAI und stellte fest, dass Musk zu lange mit der Klage gewartet hatte und seine Ansprüche durch die Verjährungsfrist ausgeschlossen waren.

Es ist erwähnenswert, dass Musk außerdem durch sein eigenes KI-Unternehmen xAI mit OpenAI konkurriert. Dieser Interessenkonflikt war Teil dessen, worauf OpenAI sich in seiner Verteidigung stützte.

Wie schützt ChatGPT seine Benutzer?

ChatGPT verfügt über robuste Maßnahmen, um Ihre Privatsphäre und Sicherheit bei der Interaktion mit der KI zu schützen. Nachfolgend finden Sie einige wichtige Beispiele dafür, wie ChatGPT seine Benutzer schützt:

  • Verschlüsselung: Die Verschlüsselung von Daten wandelt Informationen in unlesbaren Code um, den nur jemand mit dem richtigen Schlüssel dechiffrieren kann. Alle Daten, die zwischen Ihnen und ChatGPT übertragen werden, sind während der Übertragung verschlüsselt, sodass sie selbst dann nicht von Hackern, die nicht über den Verschlüsselungsschlüssel verfügen, gelesen werden könnten, wenn jemand sie abfängt.
  • Konformität bei der Datenverarbeitung: Die Datenverarbeitungspraktiken unterscheiden sich je nach Version. Enterprise- und API-Benutzer erhalten erweiterte Datenschutzoptionen, während die Versionen für Privatanwender Daten möglicherweise für Trainingszwecke verwenden und Chats bis zu 30 Tage speichern. Wenn jedoch eine gerichtliche Anordnung vorliegt (wie die Aufbewahrungsanordnung im Rahmen der NYT-Klage), können gelöschte Chats über das standardmäßige 30-Tage-Fenster hinaus für rechtliche Zwecke aufbewahrt werden.
  • Sicherheitsprüfungen: ChatGPT wird jährlich einer Sicherheitsprüfung von unabhängigen Cybersicherheitsspezialisten unterzogen, die versuchen, potenzielle Schwachstellen zu ermitteln.
  • Bedrohungsüberwachung: Das Bug-Bounty-Programm von ChatGPT ermutigt ethische Hacker, Sicherheitsforscher und Tech-Enthusiasten, nach potenziellen Sicherheitsschwächen oder Fehlern zu suchen und diese zu melden. OpenAI überwacht außerdem kontinuierlich in Echtzeit auf böswillige Aktivitäten, Missbrauchsmuster und Sicherheitslücken.
  • Benutzerauthentifizierung: Der Zugriff auf ChatGPT erfordert eine Kontoüberprüfung, Anmeldedaten und sichere HTTPS-Verbindungen, um unbefugte Nutzung bei kostenpflichtigen Tarifen zu verhindern. Im Jahr 2025 hat OpenAI außerdem Passkey-Unterstützung als Anmeldeoption hinzugefügt, um eine Phishing-resistentere Alternative zu herkömmlichen Passwörtern anzubieten.
  • Kontinuierliches Training des KI-Modells: ChatGPT entwickelt seine Plattform kontinuierlich weiter, indem es Modell-Updates und Daten aus Gesprächen (bei allen, die sich dafür entscheiden) verwendet. Benutzer, die ihre Daten nicht beisteuern möchten, können das Modelltraining über Settings > Data controls deaktivieren. Der temporäre Chat-Modus umgeht das Training vollständig, unabhängig von den Einstellungen auf Kontoebene.

So nutzen Sie ChatGPT sicher

Trotz der Sicherheitsmaßnahmen von ChatGPT gibt es, wie bei jedem Online-Tool, Risiken. Hier sind einige wichtige Tipps und Best Practices, um bei der Verwendung von ChatGPT die Sicherheit zu wahren:

  • Erstellen Sie ein starkes Passwort für Ihr Konto: Befolgen Sie gute Passwort-Sicherheitspraktiken, indem Sie starke, eindeutige Passwörter erstellen. Erwägen Sie die Verwendung eines Passwort-Managers, um alle Ihre Daten sicher zu speichern.
  • Geben Sie keine sensiblen Daten preis: Halten Sie persönliche Details privat und geben Sie niemals finanzielle oder andere vertrauliche Informationen während Gesprächen mit ChatGPT preis.
  • Glauben Sie der KI nicht blind: Die Antworten von ChatGPT sind nicht immer korrekt. Deshalb gewährleistet nur die Überprüfung zusätzlicher Quellen, dass Informationen nicht falsch, irreführend oder voreingenommen sind.
  • Melden Sie problematische Antworten: Das Melden problematischer KI-Ergebnisse hilft, eine Feedbackschleife zu schaffen, die schädliche, verzerrte oder irreführende Inhalte zur Überprüfung kennzeichnet. Dies kann OpenAI helfen, die Antwortgenauigkeit und Objektivität zu verbessern und zukünftige Risiken zu reduzieren.
  • Verhindern Sie, dass ChatGPT mit Ihren Daten trainiert: Überprüfen Sie Ihre ChatGPT-Version und deaktivieren Sie das Modelltraining, um das Risiko einer Offenlegung Ihrer Daten zu verringern.
  • Verwenden Sie den temporären Chat für sensible Themen: Wechseln Sie zum temporären Chat, wenn Sie über gesundheitliche, rechtliche oder finanzielle Angelegenheiten sprechen. Hinweis: OpenAI behält möglicherweise dennoch eine serverseitige Kopie für bis zu 30 Tage zur Missbrauchserkennung zurück, aber dies ist eine deutlich bessere Option für datenschutzsensible Gespräche.
  • Verstehen Sie, was Löschen wirklich bedeutet: Das Entfernen Ihres Chat-Verlaufs in ChatGPT ist nicht dasselbe wie dauerhaftes Löschen. Chats verbleiben in der Regel 30 Tage lang auf den Servern von OpenAI. Wenn Ihr Konto einer gesetzlichen Aufbewahrungspflicht unterliegt, können gelöschte Chats möglicherweise noch länger aufbewahrt werden. Behandeln Sie vergangene Gespräche als potenziell wiederherstellbar.

Lassen Sie sich auch von ausgefeilten KI-Betrugsmaschen nicht täuschen – dank Norton

ChatGPT ist im Allgemeinen sicher in der Nutzung, solange Sie keine sensiblen Daten weitergeben. Aber die eigene Online-Sicherheit erfordert in vielen Bereichen Ihre Aufmerksamkeit. Da KI-generierte Phishing-Maschen immer überzeugender werden, ist ein Tool, das Bedrohungen erkennen kann, bevor Sie damit in Berührung kommen, wertvoller denn je.

Genau hier kann der Norton Betrugsschutz helfen. Er verwendet intelligente Technologie, darunter die KI-gestützte Erkennung, damit Sie leichter feststellen können, ob Sie es mit Betrug zu tun haben. Und er ist jetzt direkt in ChatGPT verfügbar – so erhalten Sie Betrugsberatung genau dort, wo Sie chatten.

Häufig gestellte Fragen

Verkauft OpenAI meine Daten an Dritte?

OpenAI gibt an, dass Benutzerdaten nicht an Dritte wie Datenbroker oder Werbetreibende verkauft werden. Es gibt Daten an eine "ausgewählte Gruppe vertrauenswürdiger Dienstleister" weiter, die beim Betrieb der Infrastruktur helfen. Diese Beziehungen sind jedoch durch Datenverarbeitungsverträge geregelt, nicht durch kommerzielle Datenverkäufe.

Mit der Einführung von Werbeanzeigen Anfang 2026 ist es empfehlenswert geworden, diese Richtlinie genauer zu beobachten: OpenAI hat erklärt, dass sein Werbemodell keine Weitergabe persönlicher Daten an Werbetreibende beinhalten wird, aber Benutzer sollten die Datenschutzrichtlinie von OpenAI regelmäßig überprüfen, da sich das Werbemodell weiterentwickelt.

Kann ich ChatGPT zu medizinischen und psychischen Problemen konsultieren?

Sie können ChatGPT allgemeine Fragen zu Gesundheitsthemen stellen, aber es ist kein Ersatz für die Beratung durch einen medizinischen Experten – es kann Ihre spezifische Situation nicht diagnostizieren oder beurteilen. Außerdem könnten seine Antworten ungenau sein, und wenn Sie sich darauf verlassen, könnte das eine angemessene medizinische Versorgung verzögern.

Stand Ende 2025 wurden in den USA mehrere Klagen eingereicht, in denen behauptet wird, ChatGPT habe gefährdeten Benutzern gefährliche Ratschläge erteilt – eine Erinnerung daran, dass die Risiken eines fehlgeleiteten Vertrauens in künstliche Intelligenz sehr real sein können.

Ist ChatGPT sicher für Kinder?

Nein, Kinder sollten ChatGPT nicht ohne Aufsicht eines Erwachsenen verwenden. Der Bot kann jederzeit unangemessene Antworten generieren oder Kinder auffordern, persönliche Informationen anzugeben. OpenAI verlangt, dass Benutzer mindestens 13 Jahre alt sind, aber es gibt keine robusten Mechanismen zur Altersverifizierung, weshalb die elterliche Aufsicht und die Kindersicherung am Gerät unerlässlich sind.

Olga Knezevic
  • Olga Knezevic
  • Cybersecurity-Autorin
Olga Knezevic ist eine in Prag ansässige Cybersicherheitsautorin, deren Arbeit sich mit Online-Privatsphäre und allem rund um Wi-Fi beschäftigt. Sie bietet eine einzigartige Perspektive auf den Zugang zu Informationen im digitalen Zeitalter, dank ihrer früheren Erfahrung als Bibliothekarin und E-Learning-Spezialistin.

Redaktioneller Hinweis: Unsere Artikel enthalten Bildungsinformationen für Sie. Unsere Angebote decken möglicherweise nicht jede Art von Kriminalität, Betrug oder Bedrohung ab, über die wir schreiben, oder schützen davor. Unser Ziel ist es, das Bewusstsein für Cyber Safety zu schärfen. Bitte lesen Sie die vollständigen Bedingungen während der Registrierung oder Einrichtung. Denken Sie daran, dass niemand alle Identitätsdiebstähle oder Cyberkriminalität verhindern kann und dass LifeLock nicht alle Transaktionen in allen Unternehmen überwacht. Die Marken Norton und LifeLock sind Teil von Gen Digital Inc.


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