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So schützen Sie Ihr Kind vor Cyberbullys – 7 Maßnahmen zur Verhinderung von Online-Mobbing

by sre_ops

Mobbing ist kein neues Problem. Doch im Internet hat diese Form des Schikanierens eine neue Dimension erreicht. Dank mobiler Technologien sind wir heutzutage fast immer "on" und teilen mit Begeisterung unser Privatleben, ohne uns großartig Gedanken zu machen. Dadurch hat Cyber-Mobbing im Netz das perfekte Zuhause gefunden. Die Täter, sogenannte Cyberbullys, können sich hinter der Anonymität des Internets verstecken und ihre Opfer nahezu immer und überall erreichen – bei einem potenziell unbegrenzten Publikum.

 

Worum handelt es sich?

Cyber-Mobbing (auch Cyberbullying oder Online-Mobbing genannt) ist eine Form von Mobbing, die mithilfe von Technologie erfolgt und hauptsächlich in sozialen Medien stattfindet. Der Begriff bezieht sich auf sämtliche Aktivitäten im Internet oder auf Mobilgeräten, die jemanden bedrohen, einschüchtern, drangsalieren, bloßstellen oder demütigen und dazu führen, dass diese Person ausgegrenzt und isoliert wird.

Gemeine SMS versenden, peinliche private Fotos einer Person veröffentlichen, jemanden aus einem Online-Spiel ausschließen oder das Facebook-Konto einer Person dafür zu nutzen, um Unheil zu stiften – all dies fällt unter Cyber-Mobbing.

Wer sind die Opfer?

Junge Menschen mit Behinderungen oder sonderpädagogischen Bedürfnissen sind besonders anfällig, doch körperliche Erscheinung, kulturelle Zugehörigkeit, Sexualität und Religion sind ebenfalls häufige Angriffsmotive. Doch Kids müssen nicht unbedingt anders sein, um im Netz schikaniert zu werden. Jeder junge Mensch, der sich zur falschen Zeit am falschen Ort befindet, kann zum Opfer von Cyber-Mobbing werden.

Warum ist es so schädigend?

Cyberbullys können ihre Opfer überall und rund um die Uhr verfolgen. Dadurch gibt es für die Kinder und Jugendlichen kein Entkommen, nicht einmal bei sich zu Hause. Aggressives Mobbing, das über einen langen Zeitraum stattfindet, ohne dass etwas dagegen unternommen wird, kann zu geringem Selbstwertgefühl, niedrigem Selbstvertrauen, Angstzuständen, Depressionen, selbstverletzendem Verhalten und – in Extremfällen – zum Suizid führen. Die Täter selbst sind ebenfalls gefährdet und brauchen möglicherweise Hilfe, um ihr aggressives Verhalten zu verstehen und damit aufzuhören.

Laut The Cybersmile Foundation, einer britischen Stiftung gegen Cyber-Mobbing, erzählen 90 Prozent aller Kinder und Jugendlichen, die gemobbt werden, nichts davon ihren Eltern oder anderen Erwachsenen. Dies kann viele Gründe haben. Manche haben Angst, dass sie nicht mehr ins Netz dürfen oder ihnen ihre Handys weggenommen werden. Anderen ist es peinlich, sie schämen sich dafür oder sie befürchten, nur noch stärker gemobbt zu werden, wenn sie jemand davon erzählen.

Wie groß ist das Problem?

Es gibt unterschiedliche Statistiken, doch unabhängig von den exakten Zahlen ist es wahrscheinlich, dass die meisten Familien auf irgendeine Weise betroffen sind. Fragen Sie Ihre Kinder: Wenn sie nicht selbst online gemobbt wurden, kennen sie vermutlich Freunde, denen das passiert ist.

Die Tendenz bei Cyber-Mobbing ist steigend.

Der britische Bericht "2014 Net Children Go Mobile" zeigt, dass Online-Mobbing inzwischen gängiger ist als herkömmliches Mobbing. Im Jahr 2010 sagten 16 Prozent der Kinder und Jugendlichen aus, dass sie im direkten persönlichen Kontakt gemobbt wurden, während 8 Prozent über das Internet und 5 Prozent über Mobiltelefone schikaniert wurden. 2013 gaben 12 Prozent an, dass sie Opfer von Cyber-Mobbing waren, während 9 Prozent aussagten, dass sie im direkten persönlichen Kontakt gemobbt wurden. Am häufigsten findet Cyber-Mobbing in sozialen Netzwerken statt.

ie britische Telefonhotline für Kinder Childline verzeichnete bei der Kontaktaufnahme aufgrund von Online-Mobbing einen Anstieg von 87 Prozent.Jüngste Untersuchungen der britischen Medienaufsichtsbehörde Ofcom ergaben Folgendes:

  • Nahezu jeder zehnte Zwölf- bis Fünfzehnjährige sowie acht Prozent der Acht- bis Elfjährigen erklärten, dass sie im vergangenen Jahr online gemobbt wurden.
  • Fast die Hälfte aller Zwölf- bis Fünfzehnjährigen kennen jemanden, der online gemobbt wurde oder über den peinliche Fotos oder Gerüchte im Netz oder über Mobilgeräte verbreitet wurden.
  • Jeder Fünfte gab zu, selbst diese Erfahrungen gemacht zu haben.

Das Aufklärungsprogramm Thinkuknow.co.uk des britischen Kinderschutzzentrums "Child Exploitation and Online Protection Centre" veröffentlichte zudem die folgenden Ergebnisse:

  • 21 Prozent der Acht- bis Elfjährigen wurden online oder via Mobiltelefon "absichtlich ins Visier genommen, bedroht oder gedemütigt".

Ergebnisse aus einer Umfrage der britischen Organisation gegen Cyber-Mobbing "Ditch the Label" verdeutlichen, wie groß das Ausmaß des Problems inzwischen geworden ist:

  • 70 Prozent der jungen Menschen wurden online gemobbt, 37 Prozent davon "sehr häufig".
  • 20 Prozent erleben täglich extremes Cyber-Mobbing.
  • Beide Geschlechter sind gleichermaßen gefährdet.
  • Die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder und Jugendliche gemobbt werden, ist auf Facebook doppelt so groß wie in anderen sozialen Netzwerken: 54 Prozent junger Facebook-Nutzer sind schon einmal zum Opfer von Cyberbullying geworden.
  • Bei nahezu 70 Prozent von jungen Menschen hat Cyber-Mobbing "katastrophale" Auswirkungen auf deren Sozialleben und Selbstwertgefühl.
  • 5,43 Millionen Kinder und Jugendliche in Großbritannien und Nordirland wurden online gemobbt; 1,26 Millionen sind täglich Opfer von extremem Cyber-Mobbing.

Wie können Sie dem vorbeugen?

1. Reden Sie mit Ihren Kindern

Fragen Sie sie, was sie über Cyber-Mobbing wissen, ob es in ihrer Schule vorkommt und wie sie reagieren würden, wenn sie oder ihre Freunde online gemobbt würden.

Ermutigen Sie Ihre Kinder, mit Ihnen über ihr Online-Leben zu sprechen, insbesondere über alles, was sie verärgert oder aus der Fassung bringt. Wissen Sie über ihre Online-Aktivitäten Bescheid – welche sozialen Netzwerke und Apps sie nutzen, welche Spiele sie spielen und mit wem sie in Kontakt sind. Fordern Sie sie auf, gut zu überlegen, bevor sie online mit Personen reden, die sie in der realen Welt nicht persönlich kennen.

Bitten Sie Ihre Kinder, Ihnen umgehend mitzuteilen, wenn sie – oder einer ihrer Freunde – gemobbt werden. Überzeugen Sie sie, dass sie auf Ihre bedingungslose Unterstützung zählen können. Versichern Sie ihnen, dass Sie weder Handys noch Laptops oder Tablets konfiszieren werden.

2. Klären Sie Ihre Kinder auf

Erklären Sie ihnen, welches Online-Verhalten akzeptabel ist und welches nicht. Sorgen Sie dafür, dass Ihre Kids verstehen, wie leicht sie sich oder andere durch unüberlegtes Teilen von Inhalten bloßstellen oder schädigen könnten.

  • Vergewissern Sie sich, dass Ihre Kinder wissen, wie man Sicherheitseinstellungen festlegt oder jemanden blockiert, der sie belästigt oder verstört.
  • Erklären Sie ihnen, dass die Weitergabe ihrer Kennwörter dazu führen kann, dass andere die Kontrolle über ihre Online-Konten und -Identität übernehmen können.
  • Stellen Sie sicher, dass ihre Profile privat sind. Auf diese Weise wird die Anzahl von Online-Freunden eingeschränkt und es besteht eine geringere Chance, dass ihr Kind gemobbt wird.
  • Halten Sie sie davon ab, Fotos von sich oder anderen zu dem Zweck zu posten, dass Gleichaltrige auf "Gefällt mir" klicken oder sie bewerten. Ein derartiges Verhalten fordert negative Kommentare geradezu heraus.
  • Löschen Sie Apps, bei denen Ihre Kinder mit anonymen Fremden chatten können, oder Apps, hinter denen sich andere Apps verbergen können.

3. Stellen Sie klare Regeln für die Internet-Nutzung auf

Erklären Sie, was Ihre Kids online dürfen und was nicht. Achten Sie darauf, dass die Regeln altersgerecht sind. Passen Sie diese Regeln mit zunehmendem Alter und Reifegrad Ihres Kindes entsprechend an.

4. Überwachen Sie Internet- und Handy-Aktivitäten

Nehmen Sie aktiv an den Online-Aktivitäten Ihres Kindes teil, besuchen Sie Websites gemeinsam und bitten Sie darum, dass es Sie als "Freund" oder "Follower" in sozialen Netzwerken akzeptiert – auf diese Weise können Sie seine Facebook- und Twitter-Feeds im Auge behalten. Sie können auch Überwachungs- oder Kindersicherungssoftware einsetzen, bei der Sie für jedes Kind eigene Einstellungen festlegen können. Seien Sie sich aber darüber im Klaren, dass Kids unter Umständen schnell lernen, wie sie Kindersicherungen umgehen können.

Gehen Sie behutsam vor – wenn Ihre Kinder das Gefühl haben, dass Sie in ihre Privatsphäre eindringen, kann dies dazu führen, dass sie versuchen, ihr Online-Leben vor Ihnen zu verbergen. Sie sollten Ihnen die Gründe erklären, warum Sie sie kontrollieren.

5. Achten Sie bei Ihren Kindern auf Warnsignale

  • Stimmungsschwankungen – sie werden schnell wütend, sind verstört oder wirken deprimiert
  • Verändertes Verhalten – sie ziehen sich zurück, sind anderen Familienmitgliedern gegenüber aggressiv, essen oder schlafen nicht gut, haben Albträume, nässen das Bett
  • Sie weigern sich, zur Schule zu gehen, benehmen sich schlecht oder haben plötzlich schlechte Noten
  • Sie klagen über Magen- oder Kopfschmerzen
  • Freundschaften gehen plötzlich auseinander
  • Sie begeben sich außer Sichtweite, um Handys/Tablets/PCs zu nutzen, reagieren nervös beim Empfang einer SMS, verbringen zu viel Zeit am Computer, vermeiden bestimmte Websites und Apps
  • Sie schauen unentwegt in ihren sozialen Netzwerken oder in ihren SMS nach 

6. Fördern Sie das Einfühlungsvermögen

Fordern Sie Ihr Kind auf, sich in die Lage anderer zu versetzen und die Dinge aus deren Sicht zu betrachten. Erklären Sie, dass sich der Bully schlecht verhält, aber nicht unbedingt ein schlechter Mensch ist.

7. Gehen Sie mit gutem Beispiel voran

Verhalten Sie sich anderen Menschen im Internet gegenüber respektvoll und freundlich.

Veröffentlichen Sie Bilder oder Kommentare nicht unüberlegt und verärgern oder provozieren Sie andere Personen nicht absichtlich. Und halten Sie sich von Online-Provokateuren fern.

Wie sollten Sie vorgehen, wenn Ihr Kind gemobbt wird?

Brechen Sie nicht in Panik aus. Versuchen Sie, ruhig zu bleiben, finden Sie heraus, was wirklich geschehen ist, und holen Sie sich Hilfe.

  • Geben Sie Ihrem Kind keine Schuld
  • Verbieten Sie ihm nicht den Zugang zum Internet
  • Fordern Sie Ihr Kind auf, nicht zu antworten. Indem es reagiert oder mit gleichen Mitteln zurückschlägt, spielt es dem Bully nur in die Hände.
  • Seien Sie für Ihr Kind da. Sorgen Sie dafür, dass es sich beschützt fühlt und weiß, dass es auf Ihre Unterstützung zählen kann. Fragen Sie, wie Sie ihm helfen können. Nehmen Sie mit einem Berater Kontakt auf, der im Umgang mit Mobbing geschult ist.
  • Speichern Sie die Beweise. Sagen Sie Ihrem Kind, dass es verletzende Bilder oder Bemerkungen nicht löschen soll. Machen Sie Bildschirmaufnahmen von Beiträgen in sozialen Netzwerken, speichern Sie SMS und drucken Sie Kopien von Nachrichten und Websites aus.
  • Blockieren, löschen und melden Sie den Täter. Informieren Sie den Betreiber der Website oder des sozialen Netzwerks, auf dem das Mobbing stattgefunden hat – suchen Sie nach einem "Hilfe"- oder "Kontakt"-Link. Wenn es sich um einen Mitschüler handelt, informieren Sie die Schule. Wenden Sie sich an die Polizei, wenn das Mobbing sexueller Natur ist oder Sie glauben, dass Ihr Kind in Gefahr ist.
Dieser Beitrag wurde veröffentlich am Mi Aug 10, 2016 unter blog , family security , online safety tips und online security tips

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