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Umfassender Leitfaden für die Online-Sicherheit Ihrer Kinder

by sre_ops

Für viele Eltern ist der Versuch, ihre Kinder im Internet zu schützen, so ähnlich, als wenn ein Bienenzüchter seine Bienen über die Herstellung von Honig belehren würde – oftmals eher kontraproduktiv. Wie also können Sie Ihre Kinder vor den Bedrohungen einer Plattform schützen, die in ihrem jungen Leben immer mehr zu einem festen Bestandteil wird? 

Nachfolgend geben wir Ihnen einen Überblick über die verschiedenen Bedrohungen, denen Ihre Kids ausgesetzt sind, sowie über die Vorsichtsmaßnahmen, mit denen diese Gefahren verringert werden können.

 

Soziale Medien

Mit Abstand die problematischste Frage ist, ab welchen Alter es für junge Menschen angemessen ist, ein Konto bei einem sozialen Netzwerk zu besitzen. Sollten sie Bilder posten können? Wie kann man ihre Kontonutzung überwachen, ohne ihre Privatsphäre zu verletzen? 

Facebook, Twitter und Snapchat schreiben alle vor, dass Kontoinhaber mindestens 13 Jahre alt sein müssen. Wenn also Ihr Zehnjähriger 10-Sekunden-Selfies macht und diese an seine Freunde verschickt, sollte er dies eigentlich nicht tun.

Sexting

Die unverantwortliche Nutzung von Snapchat kann äußerst schädigende Auswirkungen haben, zum Beispiel beim „Sexting“. Laut einem Bericht der britischen Polizei wurde im Jahr 2013 in 51 Fällen ermittelt, bei denen Jugendliche unter 16 Jahren sexuell eindeutige Nachrichten oder Fotos über ein Mobilgerät gesendet hatten. 2015 war diese Zahl bereits auf 665 angestiegen.1 Sexting bezeichnet das Versenden sexuell eindeutiger Fotos, Bilder, Textnachrichten oder E-Mails per Handy oder über andere Mobilgeräte. Und wie aus der Zahl oben zu ersehen ist, nimmt es immer stärker zu.

Der Grundgedanke von Snapchat ist, dass jemand ein Foto an einen Freund sendet und dieses Bild dann eine bestimmte Zeit vorhanden ist, bevor es für immer verschwindet. Doch nichts im Internet ist jemals endgültig gelöscht und es gibt Apps, mit denen Nutzer eine Bildschirmaufnahme des Fotos machen können, ohne dass derjenige, der es gesendet hat, davon weiß. Das bedeutet, dass das schlüpfrige Foto, das die Person bedenkenlos verschickt hat, weil sie ja glaubte, es würde verschwinden, jetzt auf dem Gerät des Freundes gespeichert ist.

Dabei sollte auch unbedingt erwähnt werden, dass es in den Augen des Gesetzes als Kinderpornographie gilt, wenn Personen, die über 18 Jahre alt sind, sexuell eindeutige Bilder von jemanden unter 18 Jahren in ihrem Besitz haben – auch dann, wenn die betreffende Person ihr Einverständnis gegeben hat. Wenn die Person, die die Bilder versendet, unter 18 ist, könnte sie außerdem theoretisch für die Verbreitung von Kinderpornographie belangt werden, sogar dann, wenn es sich um ein Bild von sich selbst handelt.2

Sie sollten Ihrem Kind unbedingt klar machen, dass alles, was es versendet, sofortige oder zukünftige Konsequenzen haben kann, und es deshalb sehr vorsichtig sein sollte, was es an andere schickt.

 

Grooming und Ausbeutung

Bedauerlicherweise sind soziale Medien außerdem zu einem Nährboden für Grooming (die Anbahnung von Kontakten zu Minderjährigen) und Pädophilie geworden. Deshalb gilt hier für Kinder ein ähnlicher Sicherheitsgrundsatz wie im realen Leben: Sprich online nicht mit Fremden, akzeptiere keine Freundschaftsanfragen von Leuten, die du nicht kennst, und erzähle deinen Eltern von merkwürdigen Nachrichten oder E-Mails.

Wenn ein Freund mit Ihrem Sohn oder Ihrer Tochter plötzlich anders oder merkwürdig kommuniziert oder sie auffordert, sich mit ihm zu seltsamen Zeiten zu treffen, könnte es sein, dass das entsprechende Konto gehackt wurde. Und das sollte gemeldet werden. Wenn Ihr Sohn oder Ihre Tochter eine neue Online-Freundin bzw. einen neuen Online-Freund hat, sollten sie in der Lage sein, die Identität dieser Person zu bestätigen. Andernfalls könnte es sein, dass sie zum Opfer von „Catfishing“ werden (eine Vorgehensweise, bei der ein falsches Online-Profil erstellt wird, um jemand in eine Beziehung zu locken).

Leider bietet die Beschaffenheit des Internets Kriminellen eine nützliche Fassade, hinter der sie sich verbergen können. Daher ist es ratsam, nichts, was dort gesagt wird, für bare Münze zu nehmen. Alles zu hinterfragen und zu überprüfen ist die beste Methode, um die Sicherheit Ihrer Kinder zu gewährleisten.

Darknet – das „Dunkle Netz“

Beim Darknet handelt es sich um eine Reihe von Overlay-Netzwerken (Netzwerke, die auf einem anderen Netzwerk aufbauen), die im World Wide Web existieren, auf die jedoch nur mit bestimmten Softwareprogrammen oder Befugnissen zugegriffen werden kann. Es sollte nicht mit dem „Deep Web“, also dem versteckten Web, verwechselt werden.

 

Warum könnte das dunkle Netz Ihrem Kind zur Gefahr werden?

Im Darknet wird absolut alles zum Kauf angeboten. Dort gibt es Kinderpornografie, Drogen, Waffen, Auftragskiller und sogar Menschenhandel. Zugegebenermaßen ist es nicht leicht, dorthin zu gelangen. Dennoch ist es durchaus vorstellbar, dass sich ein Fünfzehnjähriger mit technischen Know-how und genügend Neugierde Zugang zur illegalen und unmoralischen Welt des Darknet verschafft.

Abgesehen davon, dass Kinder und Jugendliche hier alle möglichen Dinge zu Gesicht bekommen, die sie in ihrem Alter nicht sehen sollten, besteht die Gefahr, dass sie an illegalen Transaktionen teilnehmen, die Geldbußen oder sogar Gerichtsverfahren nach sich ziehen können, wenn sie erwischt werden.

Auch wenn das Darknet für Durchschnittseltern nicht oben auf der Liste potenzieller Bedrohungen steht, sollten Sie dennoch erwägen, Ihren Sohn oder Ihre Tochter über die damit verbundenen Gefahren aufzuklären – insbesondere, wenn sie sich besonders für Computer und das Internet interessieren. Bei ihren „angeborenen“ Computerfertigkeiten ist es nicht unwahrscheinlich ist, dass sie aus reiner Neugier dort landen.

Cybermobbing

Kinder gehen in einem immer jüngeren Alter über Laptops, Tablets oder Mobiltelefone ins Internet. Daher ist es zunehmend wichtig, sie über Cybermobbing aufzuklären. Es besteht immer die Sorge, dass Ihrem Kind diese Art von schlechter Behandlung widerfahren könnte. Daher sollte es ermutigt werden, sofort einem Erwachsenen davon zu erzählen, falls es passiert. Was als ein kleiner Spaß beginnt, kann bald zu einer gezielten Online-Kampagne werden, bei der das Opfer unangemessene Bilder, Bedrohungen oder manipulierte Fotos erhält. Wird dieser „Spaß“ nicht unterbunden, kann er ganz schnell ausarten. Genau wie beim herkömmlichen Mobbing sollte Cybermobbing möglichst schnell Einhalt geboten werden, bevor etwas gesagt, gepostet oder gesendet wird, das nicht zurückgenommen werden kann.

 

Ein nicht so angenehmer Gedanke

Eine Möglichkeit, die viele Eltern nicht in Erwägung ziehen wollen, ist dass ihr Kind eventuell nicht das Opfer, sondern der Täter sein könnte. In einigen Fällen kann das auch völlig unbeabsichtigt geschehen, etwa wenn jemand auf einer Party ein peinliches Foto gemacht hat, das Ihr Kind dann online postet oder unter seinen Freunden und Klassenkameraden verbreitet. Dabei ist es sich überhaupt nicht bewusst, dass es sich dabei um Cybermobbing handelt.  Wenn Kinder einen negativen Kommentar zu einem Foto abgeben, das in einem sozialen Netzwerk gepostet wurde, ist dies eine Form von Cybermobbing. Wenn sie verletzende oder negative Kommentare an eine andere Person richten, sei es in einer Statusmeldung, einem Posting oder einer Chat-Nachricht, ist auch das eine Form von Cybermobbing.

Schadprogramme (Malware)

Viele von uns sind nachlässig, was unser Computer- und Internetverhalten angeht. Wenn Sie selbst bei Ihrer Computer- und Internetsicherheit Risiken eingehen, liegt es nahe, dass Ihr Kind sich genauso verhält. Hier finden Sie einige unkomplizierte Richtlinien, die Sie selbst befolgen und für Ihre Kinder aufstellen sollten, um Schadprogramme fernzuhalten:

1. Vertrauen Sie nicht immer allem, was Freunde in sozialen Medien posten – im Jahr 2014 wurden 70 % von Social-Media-Betrugsmaschen manuell verbreitet.3

2. Geben Sie Passwörter niemals an Freunde weiter und aktualisieren Sie sie alle 6 bis 8 Wochen.

3. Wenn Windows meldet, dass Ihr System ein Update benötigt, heißt das meistens, dass eine Sicherheitslücke geflickt werden muss. Je eher Sie also das Update ausführen, desto geringer das Risiko, dass diese Sicherheitslücke von einem Schadprogramm ausgenutzt werden kann.

4. Haben Sie keine Angst, im Internet einzukaufen, aber gehen Sie dabei umsichtig vor. Vergewissern Sie sich immer, dass die Website SSL (Secure Socket Layer) verwendet. Diese zusätzliche Sicherheitsschicht sorgt dafür, dass Ihre sensiblen Informationen nicht von Dritten eingesehen werden können. Ob eine Website SSL verwendet, lässt sich ganz leicht feststellen: Vor der URL wird entweder ein Vorhängeschloss oder ein Schlüsselsymbol anzeigt.

5. Öffnen Sie niemals E-Mails von unbekannten bzw. unerwarteten Absendern oder verdächtig aussehende E-Mails von Freunden.

6. Stellen Sie sicher, dass Ihre Internetsicherheitssoftware auf dem neuesten Stand ist und ständig ausgeführt wird.

7. Vermeiden Sie Websites mit unzähligen Anzeigen und Werbe-Popups, da diese ein Tummelplatz für Schadsoftware sein können.

8. Kindern lernen, nach rechts und links zu schauen, bevor sie über die Straße gehen. Bringen Sie ihnen ebenfalls bei, erst zu überlegen, bevor sie klicken!

 

Illegale Downloads und Pornographie

Zwei Dinge, die ein neugieriger Teenager im Internet in Hülle und Fülle finden kann.

Pornographie

Pornographische Websites können mithilfe einer Kindersicherung blockiert werden, die verhindert, dass Ihre Kinder Websites mit sexuell eindeutigen Inhalten aufrufen. Diese Einstellung lässt sich relativ leicht ein- und ausschalten, indem Sie Ihren Service Provider kontaktieren.

Illegale Downloads

Illegale Downloads sind etwas schwieriger zu verhindern oder zu kontrollieren. Die einfachste Methode, um festzustellen, ob ein bestimmter Musiktitel oder Film legal ist, besteht darin, Ihr Kind zu fragen, wo es ihn her hat und ob es dafür bezahlt hat oder nicht. Illegale Downloads wurden nicht von einer Aufsichtsbehörde oder einer Website als sicher bestätigt und sind daher eine weitere Möglichkeit, über die sich Ihr Computer mit Schadsoftware infizieren könnte.

 

Sprechen Sie offen mit Ihren Kindern

Eine der effektivsten Methoden, um die Online-Sicherheit von Kindern zu gewährleisten, besteht darin, das Internet zu entmystifizieren, zu erklären, was gut und was schlecht ist, und ihnen die sichere Computernutzung beizubringen. Wenn Sie offen mit ihnen über das Internet sprechen und dann ein Problem auftritt – sei es ein Virus oder eine Website mit unangemessenen Inhalten – können sie entweder selbst damit umgehen oder wissen, dass sie damit zu Ihnen kommen können.

1. http://goo.gl/pWUXbO 2. http://goo.gl/iVPln7 3. https://goo.gl/Y3hj5z

Dieser Beitrag wurde veröffentlich am Mo Aug 01, 2016 unter blog , family security , online safety tips , online security tips und social media

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